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AUSSTELLUNG: Japanische Kollektion
Galeristin Plaßmann mit Skulpturen, Malerei und Grafik bei Ruhnke


POTSDAM / INNENSTADT - Galerist Werner Ruhnke hat sich einen spätsommerlichen Gast in seine Galerie geladen: Christina Plaßmann, seit zehn Jahren Potsdamerin, gebürtig im Sauerland, verheiratet mit dem Bildhauer Stefan Pietryga, der ihr auch wichtiger Partner bei ihren Galerieunternehmungen ist. In Potsdam ist sie noch eine Galeristin ohne Galerie. Dennoch hat sie schon mehrfach ihre Spuren hinterlassen, sei es auf der Buga, im Park Sanssouci oder auch in den Räumen der ehemaligen Humboldt-Buchhandlung.
Ruhnkes Angebot, in seinen Räumen auszustellen, kam relativ kurzfristig. Das hieß zusammenzutragen, was greifbar war. Das ist erstaunlich gut gelungen.
"Japanisch" ist das Thema dieser "Interim" genannten Kollektion. Vier, im Namen unübersehbar original japanische Künstler sind darunter: Osamu Nakajima mit einer, im wechselnden Licht sich immer neu bauenden abstrakten Skulptur. Zwei Skulpturen, davon eine in schlichtweg wunderbar ausschwingender organischer Form – ein Höhepunkt der Ausstellung – zeigt Morio Nishimura. Katsuhito Nishikawa überrascht mit einer aufs Feinste ausgewogenen Cobra-Form. Für das europäische Auge ungewöhnliche Papierschichtungen als Tafelbilder bietet Chihiro Shimotani. Für Leo Zogmayers Skulptur-Barrieren sind die Räume zu intim. Ideal hingegen erscheinen sie für Andreas K. Schulzes aus kleinen farbigen Quadraten gebauten, immer aufs Neue variierten X-Kompositionen, eine 12teilige Arbeit, die vor Ort entstand.
Farbe in die Kollektion bringt im hinteren Raum Per Kirkeby mit großformatigen Farbfantasien. Aus Privatbesitz kommt, auf weißem Sockel majestätisch erhöht, eine güldene, geknautschte Cola-Dose mit mittelalterlichem Faltenwurf von Alicja Kwade, die sich mit diesem Objekt auf Kunstmessen einen Namen gemacht hat. Eine Überraschung in diesem durchaus anregenden Kunstgemenge dürften zwei Lithografien von Hans Hartung sein, denen man in dieser Nachbarschaft japanische Anmutungen bescheinigen kann. Wer durch den schmalen Flur die Ausstellung verlässt, stößt an der Wand noch einmal auf einige kleine farbige Quadrate von Andreas K. Schulze, eine heitere spielerische Geste, die man gern als Erinnerung an das sommerliche Gastspiel von Christina Plaßmann bei Ruhnke mitnimmt.

Zu sehen noch bis 26. September, Donnerstag bis Sonntag 12 – 18 Uhr, Charlottenstraße 122
(Von Arno Neumann)

süßer Regen




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