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AUSSTELLUNG: Alles fließt
Malerei von Malkin Posorski und Skulpturen von Ute Hoffritz in der Galerie Ruhnke

POTSDAM / INNENSTADT - Etwas Geheimnisvolles liegt in der Ausstrahlung der großformatigen Malereien von Malkin Posorski. Wobei Malerei nicht die präzise Bezeichnung für die raffinierte Mischtechnik von Blei, Farbstift, Tusche, Inkjet, Aquarell und Acryl ist.
Die Wirkung ist grafisch. Vom Formgefüge her scheinen die Arbeiten fernöstliche Wurzeln zu haben.
Nach einer Ausbildung an der Werkkunstschule Münster studierte Malkin Posorski an der Kunstakademie in Karlsruhe Malerei, versuchte sich dann als Produzentin beim Film. Seit gut zehn Jahren hat sie sich wieder ganz der bildenden Kunst zugewandt. Das betont Eigenwillige ihrer Arbeiten liegt in dem Eindruck, diese stets wellenförmig bewegten Gebilde grafisch-malerischer Strukturen wären nicht auf das Blatt aufgesetzt, sondern aus ihm heraus gewachsen. Wie in einem organischen Prozess scheinen sich diese Formgebilde zu entfalten, aufzublühen. Grafische Spuren verdichten sich zu lockeren Formgebilden. Im Prozess der Arbeit zur Schwingung gebrachte Linien verdichten sich, finden miteinander zu einem originären Rhythmus. Sparsam eingefügte collagierte Elemente setzen verhalten Ruhepunkte in jene pulsierenden Lebensmetaphern. Alles fließt.
Gleichsam wie Bojen in einem schier endlos bewegten Meer halten die kleinen, aber kompakten Skulpturen von Ute Hoffritz das künstlerische Gleichgewicht in den Galerieräumen. Die in Würzburg geborene Ute Hoffritz studierte Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und an der Hochschule der Künste in Berlin. Lehraufträge führten sie wieder an die Hochschule, jetzt Universität der Künste nach Berlin und in die Akademie der Staatlichen Museen.
Ihre in elementaren Formen gebauten Skulpturen strahlen Ruhe aus mit einem Schuss sympathischer Heiterkeit. Wer sie mit den Augen abtastet, findet immer an einer Stelle einen Einschlupf ins Innere. Die Zugänge sind schmal. Wo der eine mental Geborgenheit empfindet, sieht sich der andere von der Enge bedrängt. Es gibt bei Ute Hoffritz keine Formabenteuer. Erstaunlich, mit wie wenig Formen sie auskommt und dennoch immer wieder überraschende Formgebilde in ihren Beton- und Bronzegüssen findet.
Charlottenstraße 122 bis 11.September, Do.–So. 14–18 Uhr. (Von Arno Neumann)

© Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam


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