158. Newsletter der Galerie Ruhnke in Potsdam
(Newsletter als PDF beigefügt)

1. Einladung zur Fotoausstellung: "Ladies only"
2. 1937: "Entartete" Kunst, 2018: "Entstellte" Kunst

3. Buchtipp: Hanno Rauterberg - "Wie frei ist die Kunst?" 
4. Zitat
5. Impressum

  


Foto: Aline Smithson

"Ladies only"
Einladung zur Ausstellungseröffnung
"Ladies only" - mit 7 Fotografinnen aus den USA und aus Japan startet die Galerie blumberg: fotokunst am Freitag, dem 24.8.2018 um 19 Uhr ihr Herbstprogramm. Dass Frauen sich selbst nicht immer so ernst nehmen, zeigen die 12 skurrilen Portraits von Aline Smithson, die ihre Mutter mal als Dompteurin, als Sträfling oder als Clown abbildet. Eher geheimnisvoll in blau-schwarzem Halbschatten erscheinen die Frauen in den Bildern der Japanerin Midori Mitamura. Die Serie "no crybabies" von Regina Monfort zeigt heranwachsende Latinos in Brooklyn. Von Melanie Walker werden phantasievolle Gestalten als "distressed negatives" präsentiert. Lyrisch muten die "Wasser-Portraits" von Wendy Sacks aus der Serie "Immersed in Living Water" an. An japanische Bildrollen erinnern die Fotosequenzen von Pilgergruppen von Béatrix Reinhardt. Katharina Hesse erkundet das Leben einer Gemeinschaft von Sexarbeiterinnen in Bangkok. Die Galerie blumberg: fotokunst ist in der Jägerstr. 20 in Potsdam. Ausstellung bis 3.10.2018, Mi - Sa von 14 - 18.

 

1937: "Entartete" Kunst in Düsseldorf
2018: "Entstellte" Kunst  in Kassel
Kürzlich Besuch der Ausstellung »1937. Die Aktion ›Entartete Kunst‹ in Düsseldorf« im Museum Kunstpalast. In Düsseldorf wurden 1937 über 1.000 Kunstwerke von den Nationalsozialisten beschlagnahmt, weil es sich nach ihrer Auffassung um »entartete Kunst« handelte. Der größere Teil der Kunst: verschollen oder zerstört. Achtzig Jahre nach dem Nazi-Kunst-Terror wird das Thema anhand von 14 Kunstwerken u.a. von Otto Dix und Paula Modersohn-Becker behandelt (Video-Clip). Am gleichen Tag steht in der Süddeutschen Zeitung ein Artikel zum Konflikt um ein Documenta-Kunstwerk von Olu Oguibe in Kassel. Ein 16 Meter hoher Obelisk, mit einem Bibelzitat in vier Sprachen: »Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt.« Der Kasseler AfD-Abgeordnete, Thomas Materner, hat sich über dieses »plumpe Machwerk« massiv geärgert und es als »entstellende Kunst« bezeichnet. Entartet? Entstellt? 
 

  

Gedicht von Eugen Gomringer

Konsensgesellschaft macht Kunst kaputt!
Neues Buch von Hanno Rauterberg: "Wie frei ist die Kunst?"
Skulpturen werden vernichtet, Gemälde weggesperrt: Ein neuer, ungewohnter Hass durchzieht die Kunstwelt. Nicht um Form, Komposition oder Originalität wird gestritten, sondern um Fragen der Identität, um Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe. Und darum, ob die Kunst auch weiterhin ein universalistischer Freiraum sein darf, in dem alles von allen gedacht und erprobt werden darf. Der Zeit-Redakteur, Hanno Rauterberg, zeigt an Beispielen auf, wie der Beseitigung eines angeblich sexistischen Gedichtes des Lyrikers Eugen Gomringer von der Fassade der Alice Salomon Hochschule in Berlin. Alle, die an der Veranstaltung von quer.KULTUR mit der AGK am 17.1.2018 im Kunsthaus teilgenommen haben, können hier Rauterbergs Thesen ausführlich nachvollziehen: "Wie frei ist die Kunst?", edition suhrkamp 2725. 14 €, Ein Auszug hier.

  


Zitat

"Kunst schaut uns an."

Josef Albers
zitiert: Josef Albers, "Interaction", Katalog zur Ausstellung in der Villa Hügel Essen, 2018, Verlag Walter König

  

Impressum:
Verantwortlich im Sinne des Presserechts: Werner Ruhnke, Charlottenstr. 122, 14467 Potsdam, Tel.: 0331 5058086 und 015772958104,  www.galerie-ruhnke.de. Hier erreichen Sie unsere Galerie per E-Mail oder können sich für den Newsletter anmelden oder ihn abbestellen: galerie-ruhnke@potsdam.de. Ihre Daten werden nicht weitergegeben. Wir beachten die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Die Galerie teilt sich die Ausstellungsräume mit dem BVBK. Die Galerie kooperiert mit blumberg: fotokunst und dem quer.KULTUR e.V. Potsdam.