IM PRINZIP BACH

Claudia Berg
Ernst von Hopffgarten
Karl Menzen
Stephan Möller
Jürgen Reichert
Susanne Ruoff
Jana Wilsky



Ausstellungsdauer:
4.6. bis 3.7.2016

zu den Exponaten



„Klangfarbe, Harmonie, Kontrapunkt und Komposition“ - Musik und Malerei haben viele Gemeinsamkeiten.

Wir kennen eine Reihe bildender Künstlerinnen und Künstler für die Musik eine wichtige Quelle der Inspiration ist. Insbesondere Musik von Bach. Dazu haben wir folgende Künstlerinnen und Künstler eingeladen: Claudia Berg, Ernst von Hopffgarten, Karl Menzen, Stephan J. Möller, Jürgen Reichert, Susanne Ruoff, Jana Wilsky.

Presseecho auf diese Ausstellung:

Richard Rabensaat: »Musik für die Augen«
Den Künstlern der Ausstellung „Im Prinzip Bach“ in der Galerie Ruhnke
dient der Barockmeister als Quelle der Inspiration, PNN 25.06.2016





Claudia Berg

Für mich war die Idee, ein Porträt von Bach zu radieren, darum interessant, weil ich versuchen wollte, die Darstellung aus der Vergangenheit in die Gegenwart zu holen, sie mit heutigen Mittel zu zeigen und zu sehen, in wie weit sich Strukturen und Dargestelltes reduzieren lassen und immer noch erkennbar bleibt, was gemeint ist. Dafür habe ich mir das wohl bekannteste Bachporträt ausgesucht und versucht es auf Kupfer nachzukratzen. Mir war eine Präsenz des Gezeigten wichtig, um deutlich zu machen, dass Bach mit seinem musikalischen Werk und Wirken für uns heute noch genauso wichtig ist, wie er es zu seinen Lebzeiten schon war.

Claudia Berg (*1976), Studium an der Hochschule Burg Giebichenstein, Halle; seit 2013 Lehrauftrag an der Hochschule Darmstadt; zahlreiche Preise und Stipendien zuletzt (1. Platz Buchkunstwettbewerb des Lessing-Museums Kamenz); Arbeiten in über 40 öffentlichen und privaten Sammlungen; lebt und arbeitet in Halle an der Saale.
Ernst von Hopffgarten

"Aus einem nüchtern mathematischen Grundgerüst heraus komponiert Bach Musik, die mich bis in die hintersten Ecken meiner Gefühlswelt berührt. Motivlinien werden mit anderen verflochten, variiert und wieder verflochten, steigern sich, werden sanft und zart, nehmen wieder Tempo auf, brechen ab und organisieren sich erneut. Man kennt sie, wünscht sich, sie wieder zu hören. Harmonien werden ausgereizt bis an die Grenze zum Disharmonischen. Ich habe das Gefühl, durch ein Universum geführt worden zu sein. Das Konzept von Thema und Variationen ist mathematisch geordnet: bei den Goldberg-Variationen folgen dem ersten Satz, der Aria, 30 Variationen, denen als Abschluss die Aria des Anfangs angefügt ist. 32 Takte umfasst die Aria, 32 Sätze das gesamte Werk. Die Aria am Schluss hört man anders als die Aria am Anfang, obwohl sie völlig identisch mit der ersten ist... In meinen Radierungen versuche ich (analog zu Bachs Konzept), aus mehreren Motivplatten durch unterschiedliche Kombinationen dieser Druckplatten mit Farb- und Helligkeitsänderungen eine Reihe von grafischen Variationen hinzukriegen, die um ein Motiv kreisen - eben Partiten. Ich bin noch nicht am Ziel.

Ernst von Hopffgarten, Maler und Bildhauer; 1948 in Meissen geboren; Studium der Malerei und Druckgraphik an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin; seit 1981 regelmäßige Ausstellungstätigkeit; 1983 - 1987 Planung und Aufbau der Bildhauerwerkstätten des Berufsverbandes Bildender Künstler Berlins; seit 2000 Zusammenarbeit mit Musikern; lebt und arbeitet seit 1996 im Wendland.
Karl Menzen

Mit mathematischer Exaktheit und Strenge Poesie und Lebendigkeit erzeugen zu können sowie der Reichtum an Variationen faszinieren mich an der Musik von Bach und sind Vorbild und Motivation für meine bildhauerische Arbeit.

Foto: Ralph Hinterkeuser

Karl Menzen ist Stahlbildhauer; 1950 geboren in Heppingen, Rheinland-Pfalz; Studium der Werkstoffwissenschaften an der Technischen Universität Berlin (Dipl. Ing.); Ausbildung bei dem Bildhauer Volkmar Haase; seit 1986 freischaffend in Berlin; seit 1987 Ausstellungen sowie Teilnahme an zahlreichen Wettbewerben und Symposien; lebt in Berlin; Atelier in Schönefeld, OT Großziethen.
Jürgen Reichert

Ein unbegreiflich Licht erfüllt den ganzen Kreis der Erden". Eine der, wie ich finde, schönsten Bach-Kantaten, ist zugleich die treffendste Metapher für Bachs musikalisches Werk: J.S. Bach ist für mich ein musikalisches Universum, unerschöpflich ideen- und erfindungsreich, ein fortwährendes Strömen und Variieren, genial von der großen Form bis hinein ins Kleinteilige, rankend, umschlingend, fast botanisch und, wie alles was wächst, folgt es aus dem Innersten einer Botschaft und einem großen Plan. Seine Musik begleitet mich sehr häufig bei meiner Malerei.

Jürgen Reichert; 1953 in Mannheim geboren; 1972 - 1975 Studium der Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft an der FU Berlin; 1975 - 1981 Studium der Malerei an der Hochschule der Künste, Berlin; 1990/91 Lehrauftrag an der Hochschule der Künste Berlin; 2002/03 Gastprofessur an der Hochschule für Bildende Künste, Hamburg; seit 1981 zahlreiche Ausstellungen und in vielen Sammlungen vertreten; lebt und arbeitet in Berlin.
Susanne Ruoff

Die Musik von Bach ist für mich etwas, das ganz weit weg ist von beschreibenden Worten: Die Musik von Bach geht unmittelbar und direkt in die Seele. Sie ist groß und weit. Sie breitet sich beim Hören aus und erfüllt Körper und Geist, anders als alle andere Musik. Sie ist zeitlos und hat gleichzeitig ganz viel mit Zeit zu tun, sie schwebt und ist gleichzeitig tief und erdverbunden, sie ist strukturiert und komplex und gleichzeitig in ihrer Wirkung frei und ungebunden.

Susanne Ruoff; 1959 geboren in Köln; 1978 - 1982 Buchhändlerin; 1981 - 1986 Studium der Malerei an der Hochschule der Künste, Berlin; 1986/87 Studium am Hertfordshire College of Art and Design, St. Albans, GB; seit 1995 Teilnahme an internationalen Bildhauersymposien mit Schwerpunkt "Kunst und Natur" in Dänemark, Polen, Frankreich, Holland, Estland, Korea, Taiwan, Japan, USA und Deutschland; zahlreiche Stipendien, Auszeichnungen und Ausstellungen; lebt und arbeitet in Berlin.
Jana Wilsky

12 Worte, was mir Bach bedeutet ...

Bach.
Erinnerung. Traum. Schweben.
Leichtigkeit. Schwere. Bewegung.
Inspiration. Entspannung. Anspannung.
Berührung. Weite. Stille.


Jana Wilsky; 1979 geboren in Potsdam; 1987 - 1999 Violinenunterricht und Chor- und Orchestermitglied der Städtischen Musikschule "Johann Sebastian Bach", Potsdam; 2000 - 2007 Studium an der Fachhochschule Potsdam, Studiengang Kommunikationsdesign; zahlreiche Ausstellungen, Studienreisen, Symposien, Stipendien und Preise; lebt und arbeitet in Potsdam.



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